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In der Zeit der Christianisierung (etwa um 1100 nach Christus) versuchten die Missionare den Friesen das Biike-Fest auszureden. Zum Ausgleich schufen sie den Petritag, den Tag der Fischer. Der sollte künftig am 22. Februar gefeiert werden. Die Friesen nahmen dieses Angebot gern an, und feierten fortan den Petritag, doch ihr Biike-Fest feierten sie trotzdem. So entwickelte sich der Brauch, beide Feste zusammen zu feiern. Das Biike-Fest behielt den Charakter der ernsthaften, mahnenden Versammlung. Der Petritag entwickelte sich zu einem Fest, bei dem Spiel und Tanz mit gutem Essen verbunden wurde. In der Zeit des Walfangs wurde es Sitte, die Ausfahrt friesischer Walfänger in das Nordmeer so zu legen, dass sie um diese beiden Festtage herum vor den Inseln vor Anker gehen konnten. Vielfach wird heute verkürzt berichtet, Biiken seien zur Verabschiedung der Walfänger angezündet worden. Nachdem die örtlichen Angelegenheiten und die Gerichtsbarkeit durch den König und seinen Staat geregelt wurden, hatte die Biike ihre Aufgabe als Thing (Gericht) verloren. Die Friesen feierten die Biike trotzdem und benutzten sie auch, um ihren Stolz als eigenständiges Volk zu zeigen. Besonders nach der Blütezeit des Walfangs, als die Friesen in Armut verfielen, drückte sie die Last der Steuern und Frondienste schwer. Die Ballade »Pidder Lyng« von Detlef von Liliencron schildert dieses dramatische Zeit anschaulich. Im letzten Jahrhundert verblasste die Tradition des Biike-Festes hinter den Ereignissen beider Weltkriege. Nach 1945 wurde der Brauch wieder belebt. Auf den nordfriesischen Inseln werden heute die beiden Festtage von Ort zu Ort mit unterschiedlichen Ausprägungen gefeiert. Gemeinsam ist allen das Abbrennen der Biike und das Grünkohlessen. In einigen Gemeinden wird nach dem Essen zum Tanz aufgespielt. Andere Gemeinden pflegen den Petritag als den freudigen Tag und laden nach dem nachmittäglichen Kindertanz abends die Erwachsenen zum Tanz Manche traditionsbewussten Friesen kritisieren heute, dass so viele Touristen an diesen beiden Festtagen die Inseln besuchen. Die Gäste stören den Zusammenhalt der Einheimischen, so meinen sie. Doch auch früher war es so, dass diejenigen zur Biike kamen, die sich dem Ort zugehörig fühlten. Warum nicht auch heute.? Natürlich sollte man im Ort die überlieferten Werte erhalten. So wäre es ein Fehler, die Biike und den Petritag grundsätzlich an das Wochenende zu legen, damit mehr Gäste an den Festtagen teilnehmen können. Man erwartet, dass die Gäste die Bräuche akzeptieren und mit dieser Tradition leben.
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