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Sylt hat wirklich viele schöne, weite und weiße Strände. Nirgendwo auf diesem Eiland aber sind sie so schön und so weit und so weiß wie auf dem Ellenbogen. Wer zu zweit allein sein möchte, der legt sich hier unter den Sonnenschirm. In der schieren Grenzenlosigkeit findet sich immer ein kuscheliges Plätzchen.
Kite- und Windsurfer haben ihr Revier im Königshafen. Dort findet sich auch ein Flachwasserstrand. Das Baden an der Nord(west)seite ist wegen der dort herrschenden Strömungen lebensgefährlich.
Auf dem Ellenbogen ist manches anders. Kurkarten gelten nicht, Strandkörbe sucht mancher vergebens, Bistros oder Restaurants ebenso. Seine Strandverpflegung bringt jeder selbst mit - und entsorgt sie auch wieder. Handys loggen sich gern in das dänische Mobilfunknetz ein, Schafe haben Vorrang auf der einzigen Straße. Wer gegen gewisse Regeln verstößt, bekommt einfach Ellenbogenverbot.
Ganz oben in Deutschland ist vieles ein wenig anders, weil sich der Ellenbogen in Privatbesitz befindet. Dünen und Strand – alles (und noch ein bisschen mehr) gehört einer alt eingesessenen Erbengemeinschaft, den Listlandeigentümern.
Der Ellenbogen ist anders: Überall an Sylter Stränden werden Kurkarten gegenseitig anerkannt – nicht aber auf dem Ellenbogen. Hier braucht man überhaupt keine Kurkarte. Es wird ein Wegezoll erhoben. Wer nicht bezahlen möchte, kann ja mit dem Fahrrad wiederkommen – oder zu Fuß.
Auch weil alles ein wenig anders ist, singen wir weiterhin das Hohe Lied auf diesen unvergleichlichen Strand. Vor allem weil es dort so schön ist. Und so einsam.
Gesamteindruck: Einfach schön. Einsamste Strände ohne jedwede touristische Infrastruktur. Also: keine Strandkörbe, keine Kioske, keine Kneipen. Nichts.
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